Franz Schubert

Winterreise

für Tenor und Streichquartett
bearbeitet von Jens Josef

Partitur und Stimmen

erhältlich als Leihmaterial

 

Jens Josef über die Bearbeitung

Die "Winterreise" von Franz Schubert in der Bearbeitung für Tenor und Streichquartett

Es gibt zahlreiche Bearbeitungen der "Winterreise", angefangen von der Übertragung einzelner Lieder auf ein Instrument mit Klavierbegleitung bis hin zur "komponierten Interpretation" Hans Zenders für Tenor und Kammerensemble. Der Liederzyklus wurde szenisch eingerichtet, der Text umgestellt, Musik und Text getrennt, sie diente als Improvisationsgrundlage für verschiedene Ensembles und sie wurde angeblich für romantisches Orchester gesetzt. Man kann von einer Tradition im Sinne einer schöpferischen Rezeptionsgeschichte sprechen. In diese Tradition fügt sich die vorliegende Bearbeitung ein.

Der Reiz einer Bearbeitung besteht vor allem darin, daß das Original auf neue Weise gehört wird. Neue Farben, mitunter sogar neue Klänge treten hervor, die zwar im Original angelegt waren, aber zugunsten anderer Schönheiten unbeachtet blieben. Betont sei, daß es in der vorliegenden Bearbeitung natürlich nicht darum gehen konnte, das Original irgendwie verbessern zu wollen. Das wäre nicht möglich. Jedoch läßt es sich anders "beleuchten". Dabei gehen zwangsläufig Eigentümlichkeiten des Originals verloren, aber es entstehen ganz neue Farben, so manche Stelle tritt plastischer hervor.

Eine besondere Qualität der "Winterreise" liegt in der außerordentlichen Kunstfertigkeit, mit der vieles nur zart angedeutet wird, und in ihrer feinen Nuanciertheit. Sie bewirken, daß sich der Phantasie des Zuhörers weite Räume öffnen. Die vorliegende Bearbeitung sucht diese Qualität so weit als möglich zu erhalten: Zum einen durch die Besetzung mit Streichquartett; zum anderen durch weitmögliche Beibehaltung des ursprünglichen Notentextes. Ein Eingriff in die Singstimme verbot sich damit von selbst. Auch die so reizvolle Initimität der Originalbesetzung sollte möglichst gewahrt bleiben und jedes Aufspreizen und "Verweltlichen" vermieden werden.

Die Idee, den Klavierpart der "Winterreise" für Streichquartett zu setzen stammt von Christian Elsner. Das Streichquartett dürfte wohl die homogenste und klanglich ausgeglichenste Instrumentalbesetzung sein, es kommt damit dem Klavier am nächsten. Freilich mußten einige Stellen des Originals abgeändert werden, besonders wenn Schubert Figuartionen schreibt, die "gut in der Hand liegen" oder mit dem Haltepedal arbeitet. Auch Akkordverdopplungen und die Baßführung mußten eingeschränkt werden. Insgesamt aber erwies sich der Klaviersatz als sehr gute Grundlage, um die Möglichkeiten des Streichquartetts zur Entfaltung zu bringen. Im Gegensatz zum Klavier können die Streicher den Ton nach seinem Ansetzen noch beeinflussen und sie verfügen zudem über eine weit größere Palette von Klangfarben, z.B. pizzicato, con sordino etc. Mit diesen Mitteln wurde den Liedern des Zyklus neuer, anderer Zauber verliehen. Besonders gelungen scheint dies etwa bei "Auf dem Flusse", "Rast" und "Der Wegweiser".

Jens Josef

 

CD-Einspielung dieser Bearbeitung
durch Christian Elsner, Tenor und das Henschel-Quartett bei cpo:

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