Der THIASOS Musikverlag

Der kleine Musikverlag mit ausgefallenem Programm wurde 1994 gegründet von den Musikern Matthias Gräff-Schestag und Wolfgang Mechsner und bestand bis Ende 2014.

Die Veröffentlichungen des Verlages sind entweder zum Urheber zurück gegangen oder auch von anderen Verlagen übernommen worden. Manches ist natürlich auch vergriffen und kann eventuell antiquarisch bzw. gebraucht erworben werden.

Diese Web-Seite soll als Informationsmöglichkeit zu Komponisten und deren Werken und ihrer Erhältlichkeit weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Wir haben das veröffentlicht, was uns durch die eigene, persönliche Begegnung mit Musik und ihrem Umfeld begegnet ist, was uns interessiert, gefällt und begeistert – und wovon wir glauben, dass es auch Sie interessieren und begeistern könnte!

Kernstück unseres Sortiments war das Gesamtwerk des Komponisten Wilhelm Petersen, welches wir in Zusammenarbeit mit der Wilhelm-Petersen-Gesellschaft e.V. betreuten.

Ebenso war uns die Förderung aktueller Neuer Musik z. B. eines so vielseitigen Komponisten und Interpreten wie Jens Josef ein persönliches Anliegen. Seine einfallsreichen und interessanten Werke sind es wert, aufgeführt und gehört zu werden.

Wir gestatteten uns auch Ausflüge in exotische Gefilde mit Veröffentlichungen japanischer Musik und – grenzüberschreitend von E-Musik zu U-Musik – japanischen Filmmusiken und Songs.

Interessantes haben wir auch entdeckt im Umfeld der Musikpädagogik. „Musikalische“ Kinderliteratur, Musik- und Gesangspädagogisches, Unterrichtsmaterial.

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Wer oder was ist eigentlich THIASOS?

Dionysosischer Thiasos.
Attische rotfigurige Spitzamphora, 500-490 v. Chr. Aus Vulci. Staatl. Antikensammlung, München

Der Komponist Wilhelm Petersen (1890–1957) verfasste 1909 einen hymnischen Prosatext THIASOS, der unserem Verlag den Namen gab.

Wilhelm Petersen, dichterisch und musikalisch doppelbegabt, schrieb dieses von antikem Mysterienwesen inspirierte Werk während seiner Studienjahre in München. Vom Kreise um die Dichter Stefan George und Karl Wolfskehl, der Petersens schriftstellerisches Talent erkannte und ihn nach München holte, distanzierte sich Petersen nach einiger Zeit, um sich von da an ganz der Musik zu widmen.

Als „Thiasos“ (altgriechisch θίασος) bezeichnete man in der antiken Mysterienwelt zum einen ein spezielles Ritual des Dionysos-Kultes, zum anderen den Festzug von Tänzern und Musikern, von Satyrn und Mänaden im Gefolge des griechischen Gottes Dionysos. Dieser Gott ist nicht nur der Gott des Weines und der Extase, sondern auch der Gott der Masken.

Theater, Tanz und Musik als Lebenselixier des Menschen – Schaffung einer Verbindung zwischen Kunst und Leben – „trunken dennoch taumellos“ (Wilhelm Petersen in: THIASOS 1909).